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LINUX-BETRIEBSSYSTEM Das Ende aller Qualen Windows benutzt jeder - es ist einfach zu bedienen, Treiberinstallation selbst für Laien kein Problem und seit Windows XP ist es auch absturzsicher. Soweit die Legende: In Wahrheit, das weiß SPINNER-ONLINE-Autor Mirko Tasler nur zu gut, ist das proprietäre Betriebssystem selbst für alltägliche Aufgaben unbrauchbar. LüberWindows gab ihr den entscheidenden Tipp. "Du mußt den Key HKEY_LOCAL_MACHINE\ SOFTWARE\ Microsoft\ Windows\CurrentVersion\... ändern, den Treiber nochmal über den alten Treiber installieren, rebooten, Treiber entfernen, nochmal rebooten und dann die Treiberversion 19.619.31-sp2-3 installieren. Dann funzts." So kommunizieren User im Forum. Kein Wort zuviel, kein Fachdeutsch zu szenig. Zwei Wochen später dann BabyGurls Antwort: "War harte Arbeit, aber jetzt geht's!" Sie hat einfach das "Windows neu installiert", danach ein "lokales System-Update" durchgeführt, da "ohne Firewall die Würmer sonst schon beim Updaten zugeschlagen hätten", und schließlich den "AntiVirus ausm Esel geholt" und "nen Crack dazu gezogen", das Ganze sogar "ohne Bluescreens". Kaum zu glauben, aber BabyGurl und LüberWindows sind keine Computerfreaks. Über die Probleme, mit denen sie sich herumschlagen, würde ein Profi nur müde lächeln. BabyGurl und LüberWindows sind gewöhnliche Computer-Nutzer, die sich in einem Internetforum über profane Dinge wie Trojaner, streikende TV-Karten oder plötzliche Abstürze austauschen. Aber wozu dann der gewaltige Aufwand, die ewige Quälerei, der angelernte Hacker-Jargon, die Code-Namen? Linux: Retter in der Not Für BabyGurl alias Nadine, 31, endete das alles vor einem Jahr. Der Einbau einer TV-Karte zerstörte ihr Betriebsystem, und bei der Neuinstallation löschte ein Virus ihre Diplomarbeit. Doch statt einmal mehr zur Windows XP CD zu greifen, erinnerte sie sich an einen Bekannten. Dieser hatte ihr einmal angeboten, er könne auf ihrem Rechner ja GNU/Linux installieren. Ein Angebot, welches sie seinerzeit wegen der Horrormeldungen über nicht unterstützte Hardware und der angeblichen Komplexität abgelehnt hatte. Seit der finnische Programmierer Linus Torvalds vor 10 Jahren ein eigenes, an Unix orientiertes Betriebssystem entwickelte und den Programmcode der Software als Freie Software im Internet veröffentlichte, hat sich Linux zu einer ernstzunehmenden Windows-Alternative entwickelt. Bisher allerdings hauptsächlich im professionellen Bereich, etwa bei den Betreibern von Webservern. Dort wird Linux schon seit Jahren wegen seiner Verlässlichkeit und vor allem seiner Freiheit geschätzt. Für den privaten Gebrauch galt Linux noch bis vor kurzem als relativ ungeeignet: Zwar frei, aber zu kompliziert und benutzerunfreundlich für den Laien. Doch Linux steht kurz vor einer Revolution, nach der das Nischendasein der Software auf dem privaten Desktop-Markt beendet sein könnte. Auf den derzeit größten Märkten der Welt - den asiatischen - deutet sich ein beispielloser Linux-Run an. Durch das gigantische Wirtschaftswachstum herrscht ein enormer Bedarf an Computertechnologie. Würde man dort Microsoft-Produkte verwenden, hätte man gigantische Lizenzgebühren zu zahlen. In China ist das lizenzfreie Linux deshalb schon jetzt zum Betriebssystem Nr. 1 avanciert. Das wird Auswirkungen auf dem globalen Hardwaremarkt haben: Große Firmen werden es sich in Zukunft gar nicht mehr leisten können, Produkte zu entwickeln, die nicht unter Linux funktionieren. Nadine jedenfalls ließ sich überzeugen. Ihr Bekannter installierte auf ihrem Rechner Ubuntu, eine auf Endanwender zugeschnittene, besonders einfache Linux-Distribution. Die TV-Karte funktionierte auf Anhieb. Auch sonst war Nadine begeistert. Allerdings gab es auch Probleme, denn das neue Betriebssystem war nicht wie Windows - es war anders. So machte Nadine ziemlich schnell ganz neue Erfahrungen. Komplizierte Probleme, wie zum Beispiel Viren und Trojaner, aber auch Treiber- und Softwareupdates, verwandeln sich für GNU/Linux-User in eine banale Kleinigkeit. Plötzlich ist die Programmversion nebensächlich, ein Backup aller wichtigen Daten bei größeren Aktualisierungen oder neuer Hardware nicht mehr notwendig. Das System funktioniert einfach. Lediglich die Auswahl an kommerziellen Spielen und spezieller Software ist etwas eingeschränkt. Wie Nadine in Foren schnell feststellen musste, hatte sie dabei ziemliches Glück gehabt, einen Linux-erfahrenen Bekannten zu kennen. Viele Dinge funktionieren unter Linux anders, und die typischen, festgefahrenen Windows-Verhaltensweisen abzulegen, ist nicht immer einfach. Und Nadine dachte auch weiterhin, Linux wäre "nichts für Anfänger". Bis sich eines Tages ihre Oma einen Computer kauft... Morgen früh in der Netzwelt bei SPINNER ONLINE: "Microsoft: Anfängerfreundlich für Experten". Wieso frischgebackene Anfänger ohne Computerkenntnisse ein Problem damit haben, zum Beenden auf "Start" zu klicken.
Dies ist Satire!
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